SaaS vs. Serverinstallation bei PM-Tools – Interviewserie Teil 3

Projektmanagement-Software kann in Zeiten von Internet und Globalisierung überall entwickelt und vertrieben werden. Wir fokussieren uns in dieser Artikelserie auf 5 deutsche Anbieter und möchten Ihnen einen näheren Einblick in die Branche der Tools für Zusammenarbeit und Planung verschaffen.

Dazu haben die Hersteller verschiedene Fragen von pm-tools.info beantwortet, um Ihnen einen Einblick in die Branche um Projektmanagement-Software aus Deutschland zu gewähren. Die Dienstleister zeigen, welche Probleme und Chancen 2020 mit sich gebracht hat, und wie Sie auf das kommende Jahr 2021 blicken. Die Fragen im Überblick:

In diesem dritten Teil erfahren Sie, ob die Serverinstallation ausgedient hat und Software as a Service die Zukunft darstellt.

Teil 3 – SaaS vs. Serverinstallation

(Software as a Service) kann man guten Gewissens als die Zukunft bezeichnen – auch im Bereich Projektmanagement. Die Faktoren Covid-19 und Remote-Work in 2020 dürften den Markt rund um Projektmanagement-Software aus der Cloud noch weiter geöffnet haben. Selbst große Anbieter stellen um: Atlassian hat angekündigt die Server-Version von Jira einzustellen. Auch Microsoft wird MS Project Server 2019 nur noch bis 2026 mit Updates versorgen und setzt auf neue Tools aus der Cloud.

  • Unter welchen Umständen sehen Sie eine Zukunft für die Serverinstallation?

Lucas Bauche von awork*
Es gibt subjektive Gründe lokale Serverinstallationen zu nutzen, wie beispielsweise mangelndes Vertrauen und Zweifel an der Sicherheit von Software auf fremdgehosteten Servern.

Die Architektur von Software-Produkten entwickelt sich allerdings immer weiter zu hoch-diversen Service-Systemlandschaften. Einzelne Tools bedienen sich unterschiedlicher Spezial-Services, die wiederum eigene Datenbanken, besondere Hardware und unterschiedliche Betriebsumgebungen verwenden. Diese Komplexität in die eigenen Unternehmensgrenzen zu holen ist ein Mammut-Akt. Auf lange Sicht spricht deshalb alles dafür, dass sich Software-as-a-Service auch bei den Skeptikern letztendlich durchsetzen wird. 

Niels Kindl von factro
Wir sehen die Zukunft von Projektmanagement und Collaboration ganz klar in der Cloud. Geräte-, zeit- und ortsunabhängiger Zugriff, schnelle Skalierbarkeit, reduzierter IT-Administrationsaufwand, keine Investitionskosten für Server-Hardware. Kurzum: Volle Konzentration auf das eigene Kerngeschäft.

Auch das Thema Datenschutz und Sicherheit lösen Clouds souverän. Bei factro erfolgt die Datenhaltung in großen, professionell geschützten Rechenzentren in Frankfurt a.M., mit Backup-Servern in Nürnberg. Mit unseren Lizenznehmern schließen wir auf Wunsch einen AVV ab und sind nicht nur DSGVO-, sondern auch BDSG-neu-konform.

Bei bestimmten Nutzergruppen, die mit hochsensiblen Daten arbeiten, verstehen wir den außerordentlich hohen Schutz dieser Daten. In solchen Einzelfällen, die immer individuell abgesteckt und konzipiert werden müssen, bietet die Managed Private Cloud eine Option.

Dr. Andreas Tremel von InLoox
Wir beobachten, dass unsere Kunden zunehmend auf Cloud-Lösungen setzen, weil sie regelmäßige Updates, Wartungsunterstützung und das breitere Integrationsangebot schätzen und sie sich die Ressourcen und den Aufwand für das Betreiben einer Serverinstallation sparen möchten. Dennoch gibt und wird es aus unserer Sicht weiterhin Organisationen geben, die auf On-Premise setzen. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig.

Größere Unternehmen entscheiden sich immer noch häufig für On-Premise, da sie Anwendungen stark individualisieren und in das bereits vorhandene Netzwerk einbinden möchten. In manchen Fällen gibt es darüber hinaus unternehmensinterne Limitationen zur Datenverarbeitung, die ein externes Hosting schlicht unmöglich machen – dann bleibt nur die On-Premise-Lösung.

Michael Hollauf von MeisterTask*
Mein Mitgründer, Till Vollmer, und ich haben seit jeher an die Cloud geglaubt, weshalb wir uns seit der Gründung von Meister in 2006 ausschließlich auf webbasierte Tools fokussiert haben. Mittlerweile setzen auch mehr und mehr Betriebe, die traditionell als cloud-skeptisch gelten, immer öfter auf webbasierte Tools. MeisterTask wird z.B. schon jetzt von etlichen deutschen Banken genutzt. Eine allgemeine Rückkehr zu Serverinstallationen halten wir daher für sehr unwahrscheinlich. 

Cristian Mudure von Stackfield*
Natürlich bietet die Cloud Vorteile, die eine On-Premise-Lösung nicht bieten kann, da das Hosting und die Wartung in diesem Fall komplett vom Anbieter übernommen werden. Genau dieser Punkt ist aber ein absolutes K.O.-Kriterium für Unternehmen mit besonders hohen Ansprüchen an den Datenschutz. On-Prem als tot zu bezeichnen, halte ich aus diesem Grund für falsch. Wir haben viele Kunden, für die eine Cloud-Lösung aufgrund ihrer eigenen Compliance Richtlinien unter keinen Umständen zulässig ist, weshalb Stackfield die Serverinstallation auch weiterhin anbieten wird.

Vielen Dank an die Interviewpartner für die aufschlussreichen Antworten und damit verbundenen Einblicke in die moderne Branche der Projektmanagement-Software.



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